Initiative zum Schutz der Nacht - DIRN Observatory DE

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:


Lichtverschmutzung und Lichtsmog
Die weltweite Intensität der Lichtverschmutzung. Nur die dunkel eingefärbten Regionen kennen noch natürlich dunkle Nächte. Die Hohe Dirn in Oberösterreich - Standort der Sternwarte Hohe DIRN - ist eine davon! Aus Falchi et al. “The new world atlas of artificial night sky brightness” Sci. Adv. 2016;2:e1600377, 10 June 2016. This figure is licensed under CC BY-NC
Seit Beginn des 21. Jahrhunderts nimmt in vielen Regionen Österreichs und der Welt der Einsatz künstlicher Lichtquellen im Außenbereich rapide zu. Die dadurch bedingte fortschreitende Aufhellung des Nachthimmels zieht mannigfaltige problematische Auswirkungen auf Mensch und Umwelt nach sich. Überbordende künstliche Beleuchtung „verschmutzt“ durch überflüssige schädliche Emissionen die natürliche nächtliche Dunkelheit und stellt eine spezielle Art der Umweltverschmutzung dar.

Initiative zum Schutz der Nacht

Noch ist es für viele Bewohner ländlicher Gegenden völlig normal, nachts zum Himmel aufzublicken und tausende Sterne zu sehen. Dass dies heute nicht mehr selbstverständlich ist, zeigen unsere Städte und Ballungsräume wo sich die Zahl der sichtbaren Sterne auf wenige Dutzend reduziert hat. Eine jüngst erschienene  hochkarätige Studie - „The new world atlas of artificial night sky brightness“ (siehe ORF-Artikel http://science.orf.at/stories/2779420/) - belegt, dass 60% aller Österreicher niemals die Milchstraße sehen! Für zwei von dreien unserer Kinder ist ein sternenübersäter Himmel also nur noch hypothetisch - unerreichbar wie ein fernes  Land!

Grund dessen ist eine neue Form der Umweltverschmutzung, die erst seit wenigen Jahren thematisiert wird, nun aber rapid wachsende Brisanz entwickelt – die Lichtverschmutzung.
Unter diesem Begriff wird die Aufhellung der natürlichen Nachtlandschaft durch künstliche Lichtquellen zusammengefasst. Jedes Jahr nimmt in Europa und auch in Österreich  die Menge des nachts abgestrahlten künstlichen Lichtes um 10 bis 20%  zu! Die Auswirkungen dieses “Lichtsmogs”  auf den Menschen und dessen Gesundheit, die Natur und Umwelt sind erheblich, großteils sogar schwerwiegend. Es geht um nichts weniger als den “Verlust der Nacht”, der in den Ballungszonen bereits vollzogen ist und nun auch die ländlichen Gebiete mehr und mehr bedroht – oft bedingt durch reinen Informationsmangel der Emittenten künstlichen Lichtes.

Auch Ihnen oder Ihrem Unternehmen ist der Erhalt eines natürlich dunklen, unverschmutzten Sternenhimmels wichtig? Auch sie wollen die Gesundheit Ihrer Mitmenschen und die nächtliche Tier- und Pflanzenwelt schüzten und erhalten?
Dann werden Sie doch Mitglied der Initiative zum Schutz der Nacht!
Reduzieren und optimieren Sie die nächtliche Beleuchtung Ihres Gebäudes oder Betriebes - schalten Sie die Beleuchtung ab, wenn diese nicht gebraucht wird!


Nehmen Sie Kontakt mit mir auf - ich berate Sie gerne! Reale Reduktionen von Streulicht werden mit einer Urkunde belohnt!


Die Licht-Rüstungsspirale

In vielen Gemeinden wiederholt sich heute dasselbe Szenario: An den Ortsrändern siedeln sich Industrie und Dienstleister an. Praktisch alle neu errichteten Gebäude werden - wie es nun „modern“ ist - nachts beleuchtet, Firmennamen und Fassaden die ganze Nacht hindurch blendend hell illuminiert. Wen interessiert das aber wirklich? Viel Licht wird dabei durch nach oben weisende Leuchten direkt in den Nachthimmel abgestrahlt, Licht das damit den Zweck der Beleuchtung komplett verfehlt, umso mehr aber zur Aufhellung des Nachthimmels führt. Kurioserweise wird oft die eigene Beleuchtung nur aufgerüstet um heller als der Nachbar zu sein, was dieser wiederum meint, toppen zu müssen. Eine Spirale der Lichtrüstung kommt in Gang, wie sie heute nicht nur in Städten zu beobachten ist.


Negative Auswirkungen von Lichtsmog - auch unsere Gesundheit ist bedroht

2013 veröffentlichte das Land OÖ den LEITFADEN besseres Licht in dem erstmals auch von offizieller Seite das Problem der ständig zunehmenden Beleuchtung thematisiert und auf die damit einhergehenden negativen Auswirkungen des “Lichtsmogs” eingegangen wird. Leider ist diese Anleitung zum bewussten und sorgsamen Einsatz von Licht noch kaum bekannt.
Aber nicht nur der eventuell schwer fassbare ideelle Wert eines dunklen Sternenhimmels ist in Gefahr!
Durch das Eindringen künstlichen Lichtes in Schlafräume (es reichen hier scheinbar geringste Lichtmengen) wird die Freisetzung des Ruhehormons Melatonin im menschlichen Körper gestört. Die Forschung berichtet über dadurch ausgelöste Gesundheitsbeschwerden - von Schlafstörungen bis zu konkreten Hinweisen auf ein erhöhtes Krebsrisiko!

Lichtsmog bedroht nachtaktive Insekten. Helle Lampen und solche mit  „kaltweißem“ Licht werden zu Todesfallen für tausende von Tieren, da diese die Lichtquellen bis zum Erschöpfungstod umkreisen müssen, eine Fesselung ohne Chance auf Entkommen.
Viele andere Tierarten können massiv durch künstliches Licht gestört werden. Zugvögel, die sich u.a. am Sternenhimmel orientieren, kommen von ihren Zugrouten ab, Vögel in Städten werden durch nächtliches Licht umgetaktet und schlaflos. Frösche, Fledermäuse und andere Tierarten werden in ihrem natürlichen Verhalten zum Teil stark gestört.


Zuviel des Guten

Jahrzehntelang wurde mit einem Mehr an Licht automatisch ein Mehr an Komfort und (tatsächlich oft nur scheinbarer) Sicherheit verbunden. Es gibt aber auch ein „Zuviel des Guten“. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Kunstlicht in falscher Qualität und  Intensität zur falschen Zeit am falschen Ort gravierende Schattenseiten haben kann.


Licht und Kriminalität

Eine in England unter Einbrechern durchgeführte Umfrage, welche Faktoren geplante Einbrüche wirklich effizient verhindern, brachte ein erstaunliches Ergebnis:
Wirksam sind der Anschein, dass jemand im Einbruchsobjekt zu Hause ist, Alarmanlagen, sichtbare Überwachungskameras sowie stabile Fenster und Türen.
Außenbeleuchtung wurde hingegen als nicht einbruchshemmend eingestuft!
Vernünftiger ist also, wenn schon, sparsames Licht im Inneren eines Hauses als gleißend helle „Sicherheitsbeleuchtung“ im Außenraum.


Mögliche Massnahmen zum Erhalt sternenheller Nächte und zum Schutz von Mitmenschen und Natur

  • Kritisches Hinterfragen, wo der Einsatz einer Beleuchtung tatsächlich notwendig ist. Was ist lediglich der meist nur scheinbar gesteigerten Aufmerksamkeit und Werbewirkung geschuldet, was dem simplen Reflex, einfach nur heller leuchten zu wollen als der Nachbar? Vergessen wir nicht: Weniger Beleuchtung = reduzierter Energieverbrauch = reduzierte Kosten!
  • Nachtabschaltung (z.B. ab 22 Uhr)
  • Nachtabsenkung der Beleuchtungsstärke (z.B ab 22 Uhr)
  • Lichtsteuerung über Bewegungssensoren
  • Tausch der Leuchtmittel gegen solche mit geringer Fesselwirkung für Insekten (KEIN kaltweißes Licht)
  • Verzicht auf nach oben weisende Strahler
  • Konsequenter Einsatz nach unten weisender Full-Cut-Off Leuchten


Im LEITFADEN besseres Licht steht zu lesen:
„Mehr Licht“ ist „Schnee von gestern“. Das Ziel ist besseres Licht, das uns hilft besser zu sehen ohne zu blenden, ohne unnötig die Umwelt aufzuhellen, ohne unnötig die Tierwelt zu stören, ohne Energie zu verschwenden. Besseres Licht ist machbar und bringt allen Vorteile.


 
Suchen
Copyright 2015. All rights reserved.
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü